Microsoft kauft Innovation

Besser gut eingekauft als schlecht selber entwickelt
Besser gut eingekauft als schlecht selber entwickelt

Microsoft hat das junge Startup-Unternehmen LiveLoop, das eine Kollaborationsplatform für PowerPoint-User entwickelt hat, gekauft – und kurzerhand dicht gemacht! Wie heise online berichtet wurde der Dienst, der von einer 5-Mann-Softwareschmiede um den Entwickler Paul Oppenheim ins Netz gestellt worden war, beendet, Nutzer können noch ihre angefangenen Projekte bis 24. April noch in Sicherheit bringen, neue Benutzerkonten können nicht mehr angelegt werden.

Microsoft selbst schweigt noch zu dem Deal, aber Branchenkenner sagen, dass es wohl ein Teil der neuen Firmenstrategie sei, hoffnungsvolle kleine Entwicklerschmieden aufzukaufen und ihr Knowhow in die eigene Produkte einfließen zu lassen.

So hat Microsoft letzten Monat die kleine Firma Sunrise Atelier gekauft, die eine Kalender-App baut, die sich sowohl mit anderen Microsoft-Produkten kombinieren als auch als Stand-alone-Lösung verwenden lässt. Und im Dezember war Acompli an der Reihe, der Hersteller einer Software, die E-Mails anhand von Prioritätskriterien sortiert und mit dem Kalender des Benutzer abgleicht, um günstige Zeitpunkte für die Weiterbearbeitung vorzuschlagen. Ein Monat später war das Produkt bereits in „Outlook Mobile“ umbenannt und ist unter diesem Namen in den gängigen App-Stores erhältlich.

Offenbar glaubt Microsoft, dass es einfacher und am Ende sogar vielleicht billiger ist, Innovation zu kaufen, anstatt sie selbst zu entwickeln. Andererseits löst dieses Vorgehen das Problem vieler großer IT-Konzerne, die Schwierigkeiten haben talentierte junge Leute für sich zu gewinnen. Wer will schon eine kleine Nummer bei Microsoft sein, wenn man Boss seines eigenen Startups sein kann?

Neu ist nur, dass Microsoft offenbar nicht mehr abwarten will, bis sich eine gute Produktidee im Markt etabliert hat, sondern sich lieber frühzeit einkauft, bevord er Preis des Übernahmekandidaten in schwindelnde Höhen geklettert ist. Vielleicht wäre es ja besser, die eigene Entwicklungsabteilung ganz zu schließen und das Geld lieber gleich in Startups zu investieren…

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