Invasion der Dongle-PCs

Image: Mashable/Karissa Bell
Image: Mashable/Karissa Bell

Sie sind so groß wie ein Schokoriegel und wahlweise quietschbunt (Google/Asus), pechschwarz (Intel) oder blitzweiß (Zotac). Und sie können fast jeden modernen Fernseher in einen vollwertigen PC verwandeln. Westentasche? Diese Dinger passen in jede Hosentasche und sind so simpel wie ein USB-Stick (mit dem sie ja auch eine große Ähnlichkeit haben).

Die Idee ist verblüffend einfach: Ein vollwertiger Stick-PC mit Windows oder Linux-OS für weniger als 100 Dollar. Steckt man sie in den HDMI-Schlitz, der inzwischen an der Rückwand von fast jedem modernen Flachbildschirm zu finden ist, installiert sich die Software selbst. Gesteuert wird wahlweise über eine intelligente Fernbedienung oder über die konventionelle Maus/Tastatur-Kombi, die entweder per USB oder drahtlos per Bluetooth angeschlossen werden. Auf gleiche Weise lässt sich beispielsweise eine Verbindung zu einem Drucker oder anderen Peripheriegeräten aufbauen.

Und wozu soll das gut sein? Nun, wie wär’s mit dem Fernseher im Hotelzimmer oder im Konferenzraum, der in Sekundenschnelle zum PC mutiert. Vorausgesetzt er ist nicht an der Wand festgeschraubt, so dass man nicht an die Anschlussleiste kommt. Oder wie wär’s mit einer computergesteuerten Werbetafel im Schaufenster? Oder was ist mit den Uralt-Hobeln im Internet-Café, die auf diese Weise für kleines Geld aufrüstbar wären? Auch im Klassenzimmer ist ein Einsatz denkbar: Statt teure PCs könnte die Schule billige Flachbildschirme anschaffen und jedem Kid ein Dongle-PC verpassen.

Die Ankündigung von Google, demnächst einen von Asus gefertigten Riegel-PC auf den Markt bringen zu wollen, sorgt zwar gerade für Schlagzeilen in der Tech-Presse, ist aber nicht wirklich neu. Chinesische Hersteller bieten seit über einem Jahr Windows-kompatible HDMI-Sticks an, die auch gleichzeitig als TV-Empfänger dienen und den Flachbildschirm in einen Fernseher verwandeln. Und Intel hat Anfang des Jahres den „Intel Compute Stick“ vorgestellt, der 150 Dollar kosten soll und ein Windows 8.1 Betriebssystem, einen Quad-Core 1.33GHz Intel Atom-Prozessor, 2GB RAM und einen 32GB Chipspeicher sowie Wifi und Bluetooth bietet. Eine Linux-Version ist angeblich auch geplant und wird vermutlich noch weniger kosten: Die Rede ist von 90 Dollar.

Also, viel kleiner kann ein PC ja eigentlich nicht mehr werden, oder? Sonst verschwindet er womöglich ganz…

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