Tidal: Musiker gehen jetzt direkt ins Netz

Nur wer mitmacht kann gewinnen!
Nur wer mitmacht kann gewinnen!

Jahrzehntelang waren Musiker auf Gedeih oder Verderb auf das Wohlwollen der Musik-Bosse angewiesen. Sie bestimmten, wer einen Plattenvertrag bekam, wer besonders stark beworben wurde und wieviel Geld am Ende für den Künstler übrig blieb (meistens wenig bis gar nichts!). Die Folge: Außer ein paar internationale Blockbuster wie Madonna oder den Rolling Stones konnte kaum ein Künstler wirklich von dem Verkauf seiner Musik leben und war auf die Eintrittsgelder für seine Live Performances angewiesen. Daran hat auch das Internet bislang nichts geändert. Es sind nur neue Zwischenhändler in Erscheinung getreten, die dem Rahm abschöpften: Spotify oder Apple mit iTunes und neuerdings dem Streaming-Dienst Beats. Auch dort gehen die Künstler in der Regel leer aus.

Doch jetzt schlagen die Musiker zurück: Der amerikanische „Rapmogul“ Jay Z hat im März für 56 Millionen Dollar den Flatrate-Musik-Dienst Tidal erworben und will es mit Hilfe von Musikerkollegen zu einer Art „Musiker-Genossenschaft“ ausbauen, deren Gewinne direkt in die Taschen der Künstler fließen sollen. Weiterlesen

Germanwings: Mit digitaler Patientenakte wäre das nicht passiert

Krankenakte LubitzDer furchtbare Fall des Fluges Germanwings 4U9525 birgt Lehren, die weit über den Flugverkehr hinaus wirken. Eine davon ist die unsinnige Angst der Menschen besonders in Deutschland vor der digitalen Gesundheitsakte.

Hätte es diese heute schon gegeben, wäre mit ziemlicher Sicherheit aufgefallen, dass der Pilot Andreas Lubitz offenbar von mehreren Ärzten parallel untersucht und behandelt worden ist, ohne dass sie selbst, die zuständigen Aufsichtsbehörden oder sein Arbeitgeber etwas davon gewusst haben. Das soll die digitale Patientenakte im Grunde verhindern, allerdings nicht aus Sicherheits- sondern aus Kostengründen: Dieser „Ärzte-Tourismus“ ist sehr weit verbreitet und kostet die Krankenkasse jedes Jahr Milliarden. Da gehen alte Mütterchen jeden Tag zu einem anderen Arzt, oft auch nur, weil sie einsam sind und ihnen die netten Herren Doktors zuhören. Und es werden für weitere Milliarden Medikamente mehrfach verschrieben und oft genug später weggeworfen.

Zu einer vernünftigen Reform des Gesundheitswesens müsste also eine digitale Patientenakte zwangsläufig dazu gehören. Wäre da nicht die fast schon paranoide Angst vor dem Datenverlust. Wobei niemand so richtig sagen kann, wer ein Interesse daran hätte, die Krankendaten von Oma Müller zu klauen. Manchmal hört man auf Sicherheitskonferenzen von ansonsten recht vernunftbegabten Rednern ein dumpfes Gemurmel über Arbeitgeber, die angeblich gerne an die Daten ran wollen, um kranke oder auch nur unliebsame Mitarbeiter loszuwerden, aber Belege kann natürlich keiner dafür nennen. Aber das Argument ist vortrefflich geeignet, um jeden Fortschritt in der Medizintechnik auszubremsen. Weiterlesen

Microsoft kauft Innovation

Besser gut eingekauft als schlecht selber entwickelt
Besser gut eingekauft als schlecht selber entwickelt

Microsoft hat das junge Startup-Unternehmen LiveLoop, das eine Kollaborationsplatform für PowerPoint-User entwickelt hat, gekauft – und kurzerhand dicht gemacht! Wie heise online berichtet wurde der Dienst, der von einer 5-Mann-Softwareschmiede um den Entwickler Paul Oppenheim ins Netz gestellt worden war, beendet, Nutzer können noch ihre angefangenen Projekte bis 24. April noch in Sicherheit bringen, neue Benutzerkonten können nicht mehr angelegt werden.

Microsoft selbst schweigt noch zu dem Deal, aber Branchenkenner sagen, dass es wohl ein Teil der neuen Firmenstrategie sei, hoffnungsvolle kleine Entwicklerschmieden aufzukaufen und ihr Knowhow in die eigene Produkte einfließen zu lassen.

So hat Microsoft letzten Monat die kleine Firma Sunrise Atelier gekauft, die eine Kalender-App baut, die sich sowohl mit anderen Microsoft-Produkten kombinieren als auch als Stand-alone-Lösung verwenden lässt. Und im Dezember war Acompli an der Reihe, der Hersteller einer Software, die E-Mails anhand von Prioritätskriterien sortiert und mit dem Kalender des Benutzer abgleicht, um günstige Zeitpunkte für die Weiterbearbeitung vorzuschlagen. Ein Monat später war das Produkt bereits in „Outlook Mobile“ umbenannt und ist unter diesem Namen in den gängigen App-Stores erhältlich.

Offenbar glaubt Microsoft, dass es einfacher und am Ende sogar vielleicht billiger ist, Innovation zu kaufen, anstatt sie selbst zu entwickeln. Andererseits löst dieses Vorgehen das Problem vieler großer IT-Konzerne, die Schwierigkeiten haben talentierte junge Leute für sich zu gewinnen. Wer will schon eine kleine Nummer bei Microsoft sein, wenn man Boss seines eigenen Startups sein kann?

Neu ist nur, dass Microsoft offenbar nicht mehr abwarten will, bis sich eine gute Produktidee im Markt etabliert hat, sondern sich lieber frühzeit einkauft, bevord er Preis des Übernahmekandidaten in schwindelnde Höhen geklettert ist. Vielleicht wäre es ja besser, die eigene Entwicklungsabteilung ganz zu schließen und das Geld lieber gleich in Startups zu investieren…

Cloud satt für unter $60

amazon_cloud_drive_unlimitedNächste Runde in der Preisspirale beim Cloud-Geschäft: Amazon will einem Bericht von wired zufolge Privatnutzern unbegrenztes Speichervolumen für nur 59,99 Dollar im Jahr anbieten. Wer nur Fotos in dr Cloud ablegenw ill, kommt sogar mit nur 12 Dollar davon. Das Angebot „Unlimited Everything“ gilt aber nur für die Speicherung und Verwaltung von Daten für persönliche und nichtkommerzielle Zwecke.

Insider beonachten schon seit einiger Zeit einen immer erbitterter geführten Preiskrieg unter den Cloud-Anbietern. Amazon soll nach einem Bericht von Business Insider in den vergangenen sechs Jahren 44 Preissenkungen bei seinem Dienst Amazon Web Services (AWS) durchgeführt haben.

Der Nachrichtendienst zitiert den Analysten Mark Mahaney von RBC Capital, der für 2015 ein Abflauen der Preiskriege prognostiziert, nachdem bei Amazon die Wachstumsraten in letzter Zeit stark abgeflaut sein sollen. 2013 war AWS um 60% gewachsen, 2014 nur noch um 40%

Apple und Beats bauen den „Spotify-Killer“

Spotify unter Druck?
Spotify unter Druck?

Der Riesenerfolg des Streaming-Portals Spotify weckt Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz. Wie die New York Times heute berichten planen Apple und Beats einen gemeinsamen Musikservice, der in Insiderkreisen als „Spotify-Killer“ beschrieben wird.

Apple hat vor einem Jahr mehr als 3 Milliarden US-Dollar für Beats bezahlt, einem Hersteller von schicken Kopfhörern und nebenbei Betreiber eines eigenen, ebenfalls recht erfolgreichen Streaming-Diensts. Apple plant nun dem Vernehmen nach, zusammen mit Beats Musikstreams im Abo anzubieten. Außerdem soll das eigene iTunes Radio so ausgebaut werden, dass Zuhörer auf regionale Angebote zugreifen können. Apple erhofft sich von dem neuen Dienst eine Vorzugsbehandlung bei den Musikfirmen, die ihre neuen Alben zunächst exklusiv bei Apple/Beats anbieten sollen.

Die NYT wollen erfahren haben, dass Apple preislich Spotify unterbieten will, dabei aber auf den Widerstand der Musiklabels stößt. Dennoch ist ein Abopreis von acht Dollar im Gespräch, was um zwei Dollar unter dem des Rivalen liegen würde. Steht jetzt ein Preiskrieg im Streaming-Markt bevor?

In der Digitalisierung liegt der Gewinn

Ray Wang
Ray Wang

In den USA sind durch die Digitalisierung seit dem Jahr 2000 die Hälfte der Fortune-500-Firmen verschwunden. Weitere werden folgen. Dennoch werde durch Digitale Transformation ein neuer Riesenmarkt entstehten, behauptet der Analyst Ray Wang von Constellation Research in Kalifornien. Seiner Meinung nach wird der Gesamtmarkt für ITK-Produkte rund um die digitale Transformation bis zum Jahr 2020 auf mehr als 100 Milliarden Dollar steigen und so einen volkswirtschaftlichen Boom auslösen.

Dennoch werde es mehr Verlierer als Gewinner geben, sagt Wang. Schuld sei der “Winner-takes-it-all”-Effekt, der für digitale Märkte typisch sei. Marktanteil und Gewinn einer kleinen Zahl von Firmen, die frühzeitig auf das richtige Pferd gesetzt haben, steige unverhältnismäßig. Die Folge sei eine Quasi-Monopolisierungs-Tendenz, wie sie etwa bei Google oder Facebook zu beobachten sei. Dieser Effekt werde künftig auch verstärkt auf andere Industrien übergreift.

Nach einem Jahr: Google hat eine neue Finanzchefin

Ruth PotatDiese Frau ist vom Fach: Die Finanzchefin der US-Investmentbank Morgan Stanley, Ruth Porat, wechselt die Branche und tritt laut heise online bei Google die Nachfolge des scheidenden CFO Patrick Pichette an. Die Suche dauerte länger als erwartet: Pichette hatte bereits vor einem Jahr seine Rücktrittsabsichten klar gemacht. Als Investmentbankerin hat Porat seit 1987 die Finanzierung zahlreicher IT- und Internet-Unternehmen begleitet, darunter Amazon, eBay oder Netscape. Erst vor kurzem lehnte sie das Angebot von Barack Obama ab, als Vizefinanziministerin in die US-Regierung zu wechseln.