Was Online-Marketing mit Fußball zu tun hat

FussballIn der Welt des Social Web findet Marktforschung erstens in Echtzeit statt und hat sich zweitens zu einem vernetzten Vorgang gewandelt. Für geordnete, nacheinander ablaufende Prozesse bleibt da einfach keine Zeit mehr. Im Grunde war Marketing früher mit American Football vergleichbar: Dort nehmen die Spieler Aufstellung, der Spielzug ist bis ins kleinste Detail vorgeplant, der Quarterback verteilt die Bälle, alle anderen schwärmen aus und haben gefälligst rechtzeitig dort zu sein, wo der Quarterback sie haben will, damit einer von ihnen den Ball fangen und über die Ziellinie tragen kann. Modernes Marketing ist mehr wie ein europäisches oder südamerikanisches Fußballspiel: Alles ist in Bewegung, jeder Spieler weiß, worum es geht und entscheidet selbst ganz spontan, wohin er den Ball weiterleitet. Wobei es ja im Fußball moderner Prägung ja auch nicht mehr wie früher den klassischen „Spielmacher“ gibt wie Franz Beckenbauer. Es bleibt auch keine Zeit mehr für ruhige Annahme und Verteilung der Bälle, wie es einst ein Günther Netzer so meisterhaft beherrschte. Heute sind Schnelligkeit und Reaktionsvermögen die Kardinalstugenden eines Leonel Messi, eines Christiano Ronaldo oder eines Zlatan Ibrahimovic.

Marketing läuft heute über blitzschnelle Spielzüge ab: Der Kunde ist gerade auf Facebook oder Twitter und unterhält sich mit seinen Freunden über ein bestimmtes Thema, zum Beispiel „Kindererziehung“ oder „asiatisches Kochen“. Für den Marketingmitarbeiter ist das eine Chance, sich in die Unterhaltung einzuklinken – nicht durch plumpe Werbung, sondern durch einfühlsame Kommentare, Fragen oder Tipps. Mit etwas Glück und Geschick entsteht mit der Zeit ein Vertrauensverhältnis – eine Freundschaft zwischen Kunden und Anbieter – oder jedenfalls das, was in Facebook-Zeitalter unter „Freundschaft“ verstanden wird.

Das ist mühsam und zeitaufwändig, am Ende aber erfolgsversprechend – jedenfalls erfolgsversprechender als aufdringliches Werbegeschwätz. Weiterlesen